Datenschutz - Hunde - Ergebnisse

Offensichtlich drei Dinge, die immer wieder für Verwirrung sorgen.

Die rechtliche Situation will ich gar nicht bewerten, nur soviel, es gibt tatsächlich Rassehundedatenbanken von Vereinen, aus denen sich jeder der will, alle möglichen Daten ziehen kann. Von Prüfungs-/Schauergebnissen über Gesundheitsdaten, Stammdaten wie Eltern, Züchter, Chipnummer, Zuchtbuchnummer, etc.pp..
Manchmal sogar (doch eher subjektive) Wesensbeurteilungen.

Diese Veröffentlichungen werden meines Wissens kaum moniert und segeln meist unter dem Radar der Datenschutzbeauftragten der Länder.
Gleich verhält es sich übrigens, wenn Privatleute auf privaten Homepages Daten veröffentlichen, weil sie einfach ein Faible für eine Rasse haben, Genetik-Projekte initiieren, etc.pp..

Und das, obwohl dort keine teuer bezahlten Entwickler, Server und co zu finden sind. Keinen AGBs zugestimmt wurde, keine Haftung eingefordert werden kann, kein Landesdatenschutzbeauftragter alle Nasen lang ein Auge drauf hat.

Ach ja, in der Regel muss man beim Anmelden und Registrieren in einer Datenbank den Nutzungsbedingungen zustimmen. Man bürgt auch hier und dort mit dem Absenden der Daten dafür, dass sie den Tatsachen entsprechen und man das Recht dazu hat, diese zu veröffentlichen.

Manchmal kommt es vor, dass zwei Datenbanken zusammenhängen. Und ob man es glaubt oder nicht, würde man sich die Mühe machen, beim Registrieren zu lesen welchen Umständen man dort zustimmt, wüsste man das. 
Es soll sogar Verträge geben, die genau das als Basis einer Kooperation festgelegt haben. Es soll sogar Menschen geben, die Verträge lesen - bevor sie sie unterzeichnen.

Manchmal ist das Veröffentlichen von Daten eines Hundes kritisch zu sehen, wenn daraus Rückschlüsse auf eine Person zu ziehen sind. Grundsätzlich kann man dem widersprechen. Ist natürlich blöd sich darüber aufzuregen, wenn man dem ursprünglich zugestimmt hat. Aber gut, man kann ja seine Meinung ändern.

Das trifft übrigens schon zu, wenn ich bspw. bei einem Gentest für einen rezessiven Erbgang feststelle, mein Hund ist Träger oder sogar betroffen. Veröffentliche ich das, kann man damit Rückschlüsse auf die Elterntiere - und die gehören ja auch jemandem, der evtl. nicht damit einverstanden ist, dass diese Daten an die Öffentlichkeit gelandet - ziehen. Da muss ja einer oder beide auch Träger sein. Huch …

Jetzt registrieren sich interessierte und findige Menschen in so einem Portal (stimmen den AGBs zu!), auf denen jede Menge, häufig verifizierte (more to come) Daten finden lassen, um selbst einen möglichst gesunden, guten, schönen, was auch immer Hund zu finden/zu züchten/usw..



Nun weiß der Betreiber, man muss vorsichtig mit Daten umgehen, gerade in der Hundeszene, weil auch da ist der eine gern dem anderen sein Teufel und manchmal gibt es Menschen, die gern andere -zu Recht oder Unrecht- diskreditieren.
Deshalb lässt er Änderungen von Dritten nicht einfach so zu, sondern lässt diese kontrollieren.



 

1.Man stelle sich jetzt mal vor, da hat der Hund „Perfekt vom megageilen Züchter“ einen HD-Befund mit dem Ergebnis „Verdachtsform“.
Nun steht das in der Rassehundedatenbank eines großen Verbandes, bspw. dem da aus Amerika, AKC genannt. 
Züchter vom Zwinger „noch geilere Hunde“ sieht das und trägt das in dem Portal ein. Oh, ein Mensch, der das da auf den Tisch bekommt, schaut in diese öffentliche Datenbank vom AKC und sagt, jo Mensch, stimmt, Verdachtsform und macht ein Häkchen dahinter.

Sowohl der Züchter „vom megageilen Züchter“ aber auch sein Welpenkäufer finden das Kacke, denn „vom megageilen Züchter“ züchtet halt nur megageile Hunde und dieser eine ist halt auch „Perfekt vom megageilen Züchter“. 


 

* Wutentbrannt schreibt er also an den Betreiber vom Portal, gern unter Missachtung aller Etikette:

„Hallo, sofort löschen! wie kann das sein, dass jemand/irgendein Trottel an meinen Daten rumdoktert! Ich kenne einen Anwalt. Ihr Arschlöcher!!!!1!111! Ich zahle Geld dafür“

(was er meint ist: Ich zahle Geld dafür, dass ich von allen anderen möglichst viele Daten -gut wie schlecht, eben einfach wahr- für meine Entscheidungsfindung angeboten bekomme, aber wenn ihr irgendwas unschönes über auch nur einen meiner Hunde veröffentlicht, dann seid ihr ganz schön Scheisse und ich werde mich überall über euch aufregen“)

Während er auf Antwort wartet, surft er übrigens in dem Portal rum und sieht, dass der Züchter vom Zwinger „noch geilere Hunde“ einen HD mittel-Befund bei einem seiner Hunde eingetragen hat.
 Ach, da geht ihm die Sonne auf. Sofort schreibt er Hinz und Kunz: „Hast du gesehen, der hat einen HD-mittel gezüchtet.
Ich wusste ja sofort, der züchtet nur Müll.“

Übrigens, auf der Webseite „vom megageilen Züchter“ steht unter Philosophie: 
„Wir bemühen uns gesunde Hunde zu züchten und sind ehrlich und transparent - eh klar!“

2.Hundeführer*in XY hat einen Webauftritt. Total professionell, kann alles und vor allem besser. Und schau mal an, soviel Prüfungen mit Top-Punktzahl gelaufen, kannst du alles nachlesen. 
Man kann auch Hilfe zur Ausbildung seines Hundes bei XY kaufen.
 Hat nämlich auch viele Sachen in (haha, nicht anerkannten, weil keine staatlichen Voraussetzungen) Lehrgängen gelernt, kann man auch in dem Zertifikat von Dingsbums lesen.

Jetzt hat XY eine Prüfung absolviert, der Tag war Kacke, der Hund hatte Durchfall (natürlich! An was anderem kann es gar nicht gelegen haben!!1!!11) und läuft in seiner Prüfung bei der OG Hintertupfingen gerade mal ein Mangelhaft zusammen.


Das Ergebnis landet (wir erinnern uns, man hatte zugestimmt) auf dem Portal, wo auch die Züchter „vom megageilen Züchter“ und „noch geilere Hunde“ registriert sind und die freuen sich jetzt voll, dass XY so verkackt hat auf der Prüfung. 

Handlung siehe oben unter Sternchen *



 

Blogeintrag beendet. Denn wer es versteht, der versteht es jetzt. 
Wer nicht, dem braucht man es auch nicht weiter zu erklären - da war die Belichtungszeit definitiv zu kurz …

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